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Der arme Heinrich ArtikelDer arme Heinrich ist
Vorlage:Inhaltsangabe;Interpretationshypothese
Heinrich war ein sehr edler Ritter, dem nahezu alle ritterlichen Tugenden zuteil waren. Zu dem Beispiel hatte er gutes Benehmen, einen großen Namen, er war reich, sah gut aus, war fröhlich und er beherrschte die Minne. Doch eines Tages wird er vom Aussatz befallen. Verzweifelt sucht er viele Ärzte auf doch keiner kann ihm helfen. Ein Arzt erklärt ihm, dass ca. eine Jungfrau, die freiwillig ihr Herz für ihn opfert sein Leben retten könne. Hoffnungslos fährt er zurück und verschenkt den Großteil seines Gutes und nimmt eine Bauernfamilie bei sich auf. Diese ist von nun an die glücklichste Bauernfamilie in dem Land, da Heinrich sie sehr gut behandelt. Die acht jährige Tochter der Familie versteht sich sehr gut mit Heinrich und als Heinrich eines Tages erzählt, was für ihn das einzige Heilmittel sei, ist sie fest davon überzeugt für ihn ihr Leben lassen zu wollen. Sie ist nahezu gierig danach sich für Heinrich zu opfern, da sie glaubt ca. so dem sündhaften Leben zu entkommen um möglichst bald in dem jenseits das ewige Leben bei Gott führen zu können. Nachdem sie die Eltern und Heinrich überredet hat, fährt Heinrich mit ihr zum Arzt, der das Opfer vollbringen soll. Als sie nackt auf dem Opfertisch liegt und der Arzt gerade ihr Herz herausschneiden will, kommt Heinrich endlich zur Besinnung und schreitet in letzter Sekunde ein. Ihm wird klar, dass eine so schöne Schöpfung Gottes nicht für ihn das Leben lassen dürfe. Daraufhin rastet das Mädchen aus, sie macht Heinrich schwere Vorwürfe, dass er sie nicht sterben lassen wollte und verflucht ihn als einen Angsthasen.
Da wird Heinrich plötzlich gesund, sie fahren zurück und zu guter Letzt heiraten das Mädchen und Heinrich.
Kurze Interpretationshypothese: Hartmann von Aue möchte mit seinem Versroman darauf aufmerksam machen, dass sowohl übertriebene Diesseitsbezogenheit als auch übertriebene Jenseitsbezogenheit in der Welt funktionieren können. Heinrich hatte alle ritterlichen Tugenden, bis auf eine und zwar die Demut vor Gott. Er hatte Gott vergessen. Das kleine Mädchen widerum war so auf das Jenseits und auf Gott fixiert, dass sie schon wieder egoistisch handelte, denn wo bleibt der Altruismus, wenn man die Rettung eines Menschen ca. als Vorwand nimmt um selbst auf dem schnellsten und einfachsten Weg in den Himmel zu kommen?
Beide handelten sie unterbewusst, nicht aus bösem Willen. Eine der Tudenden des Mittelalters war auch die "Maze", das ist ein Mittelhochdeutsches Wort und bedeutet soviel wie "das Maß aller Dinge". In dem hohen Mittelalter spielte der Glaube schon eine sehr große Rolle, wobei Hartmann von Aue die übrigen ritterlichen Tugenden nicht als minder wichtig emfindet. Erst als sich die beiden Extreme aneinander angepasst haben, erst, als sie wieder das gefunden haben, was sie vorher nicht gesehen haben, können sie ein sehr glückliches Leben zu zweit führen.
"Der arme Heinrich" ist nicht als Gesellschaftskritik zu verstehen, sondern vielmehr als Appell an jdes einzelne Individuum. Die Menschen sollen Gott nicht vergessen, sie sollen Demut zeigen und ihm dankbar für alles sein aber sie sollen auch das Leben in dem Diesseits nutzen und m.öglichst die ritterlichen Tugenden bewahren.
Die Beziehung zwischen Heinrich und dem Mädchen würde ich in die ebene Minne einordnen, da es sich um wahre Liebe handelt, die sexuelle Gier nicht an erster Stelle steht und die beiden außerdem aus verschiedenen Ständen kommen.
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